Bye bye Garten Eden 2011!!

Am 16.10.2011 hat die Bundesgartenschau Koblenz für immer ihre Tore geschlossen. Nach einer Woche Rückbau ist nun auch der Garten Eden 2011 Geschichte. Es war ein sehr schönes, aber auch sehr anstrengendes halbes Jahr auf der Festung Ehrenbreitstein. Stolz können wir verkünden, dass wir in dieser Zeit ca. 50 neue Sorten von Besuchern erhalten haben - das Gemüsesortenprojekt Rheinland (+) Pfalz wächst also weiter!

 

An dieser Stelle möchten wir allen danken, die zum Gelingen des Garten Eden 2011 beigetragen haben:

 

- unserer FÖJ'lerin Maryam Stock für ihren unermüdlichen Einsatz

- unseren Kooperationspartnern und Sponsoren

- unseren Paten

- unseren Kolleginnen und Kollegen der BUGA und der anderen Beiträge

- den Spendern alter Sorten

- und allen anderen, die uns in vielfältiger Weise unterstützt haben

 

Zu guter Letzt danken wir den 3,5 Millionen Besuchern, die dieses halbe Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

 

 

DANKE !!!

 

Und hier noch ein paar Impressionen des letzten BUGA Tags:

 

http://koblenz.forumprofi.de/showthread.php?tid=385

 

NACH DER BUGA

 

Aber es gibt natürlich auch ein Leben nach der BUGA - das Gemüsesortenprojekt und auch ein Stück vom Garten Eden existieren weiter!! Vielleicht sehen wir uns ja 2012 wieder - beim Tag der offenen Gartenpforte, auf einer Kräuterwanderung, bei einem Seminar, auf einem Gartenmarkt....Schauen Sie doch einfach immer mal wieder auf

 

www.vielfalts-gaertnerei.de

 

 

 

 

Das war der Garten Eden Rheinland + Pfalz

Seit 1998 existiert das Gemüsesortenprojekt Rheinland ( + ) Pfalz, welches sich das Sammeln, Sichern und Sichten alter Gemüsesorten aus den Regionen Rheinland und Pfalz zur Aufgabe gemacht hat. Mit seinem Beitrag auf der Bundesgartenschau 2011 unter dem Titel Garten Eden Rheinland + Pfalz vermittelt das Projekt einen einmaligen Blick auf die biologische Vielfalt einer ganzen Bioregion. Diese erstmalige Aufpflanzung stellt verschiedene Aspekte der Biodiversität sehr augenscheinlich dar: Zum einen ist die gesamte Palette der fast verlorenen Nutzpflanzen und der bereits vergessenen Kulturpflanzen mit allen Sinnen erfahrbar. Zum anderen zeigt sie auch die große Anzahl der genutzten Wildpflanzen, den Schatz alter Heilpflanzen und Wildkräuter regionaler ( autochtoner ) Vorkommen. Zusätzlich werden Pflanzen von besonderem kulturellem oder religiösem Wert gezeigt.

Da es sich um einen nachempfundenen Bauerngarten handelt, sind die Begrifflichkeiten der biologischen Vielfalt schnell auf den Alltag und die heimische Gartensituation der Besucher heruntergebrochen. So ist ein guter Wiedererkennungseffekt und eine hohe Identifikation bzw. Aufwertung der eigenen alten Sorten gegeben. Zukünftig wird es auch eine Sensibilisierung für die heimische Wildkräuterflora geben, da diese in unserem Beitrag weg vom 'Unkraut' hin zum 'Heilkraut mit ganz persönlichem Nutzen' umgewertet wird. Durch die Aussaat zukünftiger Slow-Food-Sorten für die „Arche des Geschmacks“ werden auch der Wert und die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Sorten exemplarisch gezeigt.

 

Im Rahmen der Projektarbeit und Präsentation auf der Bundesgartenschau werden alle 3 Teilbereiche angesprochen.

Der Bereich Ökologie steht deutlich im Vordergrund. Biologische Vielfalt ist mehr als die Diversität des Regenwaldes, sie fängt vor der eigenen Haustür an, in der Vielfalt der im Anbau verwendeten Sorten und Arten. Wie bereits oben geschildert, bildet das Projekt die umfassende Grundlage für verschiedene Agrar-Disziplinen: Agro-Biodiversität, Arten- und Sortenerhalt, Gen-Pool-Sicherung und züchterische Grundlagen für den ökologische Landbau.

Der Bereich Sozio-Kulturelles zeigt sich zum einen in der Präsentation der jeweiligen Natur- und Kulturräume der Bundesländer Nordrhein Westfalen und Rheinland-Pfalz, zum anderen in der kulturhistorisch bedeutsamen Anbaugeschichte vieler Sorten, die so erstmalig außerhalb der Erhalterfamilien bundesweit vorgestellt wird. So erfahren Sorten, die mehr

als 100 Jahre in Familienbesitz waren, endlich eine öffentliche Anerkennung.
Auch andere Besonderheiten werden berücksichtigt. So haben die überlieferten Anbaurichtlinien wieder einen Platz in der modernen Gartenkunst. Auch die bundesweit einmalige religiöse Verwendung von Bohnensorten wie der Monstranzbohne als Grundmaterial zur Erstellung von Rosenkränzen werden vorgestellt.

Die nächsten Schritte ergeben sich vor allem aus der praktischen Umsetzung und Aufpflanzung auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Koblenz.

Hier werden die Slow-Food-Arche-Passagiere Frühburgunder und Maiwirsing als Dauerbepflanzung zur Überwinterung eingepflanzt und acht bedrohte Feldsalatsorten zur Demonstration der Saatgutgewinnung im Frühsommer 2011 ausgesät. Des Weiteren werden zahlreiche essbare Wildstauden und die wiederentdeckten Heil- und Gewürzpflanzen in der Rahmenpflanzung eingebracht. Gründünger auf den Beeten vervollständigen den Bodenschutz über den Winter.

 

Der Ausstellungsbeitrag wird realisiert durch zahlreiche Kooperationspartner, insbesondere aber mit Hilfe des BUND LV Rheinland-Pfalz und Slowfood Deutschland e.V.

Eine großzügige finanzielle Hilfe zur Umsetzung des Projekts wurde außerdem von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz getragen.

 

Wir danken allen unseren Unterstützern!